In Umoja überwinden Mädchen gemeinsam ihre Herausforderungen

Auf Suaheli bedeutet das Wort Umoja “Einheit”. Die Umoja Schule macht sich das mit ihrem Motto “Together We Rise – Gemeinsam Voran” zur täglichen Aufgabe – es erinnert stetig an die Vielfalt innerhalb der Schule und die große Bedeutung von Bildung in jeder Gemeinschaft.

Dank eurer großzügigen Unterstützung im Jahr 2016 konnten wir das BEEP Programm (Bicycles for Educational Empowerment Program) an der Umoja Schule in Eldoret/Kenia starten und Buffalo-Fahrräder an Schülerinnen und Schüler vergeben. Mit den Fahrrädern kommen die Kinder und Jugendlichen der Umoja Schule voran und verändern ihre Perspektiven.  

Seitdem vor mehr als einem Jahr 175 Fahrräder in der Schule verteilt wurden, hat sich die Leistung der SchülerInnen um 50% verbessert. Die SchülerInnen – insbesondere die Mädchen – haben mehr Zeit für die wichtigen Dinge, sind selbstbewusster geworden und erzielen bessere Noten.

Im Rahmen des BEEP-Programms werden 70% der Räder an Mädchen ausgegeben. Wenn wir in die Bildung der Mädchen investieren verbessern sich ihre Chancen im Leben enorm und wir ermöglichen gleichzeitig eine bessere Zukunft für ihre Familien und Gemeinden.

In Umoja werden 805 SchülerInnen unterrichtet – die meisten davon sind auf Hilfe angewiesen. Viele von ihnen leben in den Slum-ähnlichen Bezirken im weiten Umkreis der Schule. Sie wurde zwar von Christen gegründet, legt jedoch viel Wert auf ihr Motto und nimmt SchülerInnen verschiedenster Herkunft auf, egal ob mit muslimischem oder traditionell afrikanischem Glauben.

Für viele Familien und SchülerInnen kämen auch andere Schulen in Frage, die näher an ihrem Zuhause sind. Aber die Unterrichtsqualität wäre nicht so hoch wie in Umoja, und die Vielfalt der SchülerInnen so ausgeprägt.

Obwohl alle SchülerInnen der Schule am christlichen Religionsunterricht teilnehmen müssen, können muslimische SchülerInnen fünfmal täglich beten, erklärt die Konrektorin Catherine Makhokha. Der Stundenplan erlaubt es den muslimischen SchülerInnen, ein bisschen früher zu Mittag zu essen, sodass sie genügend Zeit für ihr Gebet haben. Und was die Feiertage angeht, erkennt die Schule sowohl muslimische als auch christliche an.

 SUSANS GESCHICHTE

 An dieser Schule sind wir eine Familie. Alle von uns. Wir unterstützen einander.  – Susan

 

Die SchülerInnen finden es toll, die Veränderungen in ihrem täglichen Leben beobachten zu können. Sie schätzen die Vielfalt und die Möglichkeit, von Menschen unterschiedlichen Glaubens und unterschiedlicher Herkunft zu lernen. Wenn sie über ihre MitschülerInnen sprechen, bezeichnen viele sich gegenseitig als “Brüder” und “Schwestern”.

“Bildung ist etwas, das das Leben jedes Einzelnen, aber auch der gesamten Gesellschaft, des gesamten Landes, verändern kann”, sagt der Schuldirektor Sosten Kipchumba. “Die SchülerInnen können lernen, die Welt als Ganzes zu sehen.”

Die Herausforderungen von Zeit und Distanz bewältigen

Da es keine sicheren und verlässlichen Verkehrsmittel gibt, haben viele SchülerInnen an der Umoja Schule keine andere Wahl, als zu laufen. Aber die Entfernungen sind groß und dadurch fehlen sie oft im Unterricht, kommen zu spät und werden bestraft, was ihre schulischen Leistungen negativ beeinflusst. Fahrräder stellen für die SchülerInnen ein sicheres und schnelles Transportmittel dar. Sie sparen sich damit die Energie, die sie zum Lernen brauchen.

“Ich bin oft zu spät gekommen”, erzählt die 16-jährige Salwa, deren Schulweg jeden Tag 10km beträgt. “An manchen Tagen habe ich mir gewünscht, einfach von der Schule zu fliegen. Ich wurde jeden Tag bestraft. Das war hart und die Lehrer konnten nicht nachsichtig mit uns sein.”

Ayan (16), die jeden Morgen um 4 Uhr aufstehen musste, um rechtzeitig in der Schule zu sein, sagt: “Jetzt kann ich bis 5:00 oder 5:30 Uhr schlafen. Ich fahre mit dem Fahrrad und brauche nur noch ein Viertel der bisherigen Zeit. Und meine Noten sind jetzt richtig gut.”

Selbstbewusster und stärker

Seit der 16-jährige Ibrahim jeden Tag einen Schulweg von 10km hin- und zurückradelt, kann er sich seine Zeit viel besser einteilen.

“Viele meiner Freunde bewundern mich und möchten auch SchülerInnen an unserer Schule werden. Sie wollen auch wissen, wie man sich seine Zeit besser einteilt. Ich sage ihnen immer, dass auch sie davon profitieren würden, zu einer weiterführenden Schule zu gehen.” – Ibrahim (16)

Und Susan weiß, dass jede Minute Bildung zählt.

“Ich muss an jede Minute denken, die ich nicht nutze – Bildung wird mein Leben verändern. Jetzt habe ich das Fahrrad und mehr Zeit. Wenn ich ins Klassenzimmer komme, habe ich so viel Energie. Ich wünsche mir dann einfach, dass die Lehrer schnell da sind, sodass sie uns mehr und mehr beibringen können.”

Dank der Fahrräder sind die SchülerInnen regelmäßig in der Schule und kommen pünktlich – aber nicht nur das. Salwa fühlt sich nicht länger schlecht, wenn sie eine Prüfung mal nicht besteht, denn sie hat erfahren, was es heißt, immer wieder aufzustehen und weiterzumachen. Wenn sie jetzt mit dem Rad an Männern vorbeifährt, die ihr früher Angst eingejagt haben, fühlt sie sich stark und selbstbewusst.

DAS IST SALWA

Das Fahrrad lehrt dich, immer weiter zu machen. Wenn du fällst, stehst du einfach wieder auf.  – Salwa

 

Mit dem Rad kulturelle Brücken schlagen

Für Salwa war es zunächst nicht einfach, ihre Eltern davon zu überzeugen, ein Fahrrad nutzen zu dürfen.

“Meine Eltern sind sehr konservativ. Sie haben es absolut abgelehnt, dass ich Fahrrad fahre. Es war ihnen wichtiger, was andere Leute von mir denken und was sie als negativ wahrnehmen werden … die Akzeptanz der Gemeinschaft.”

Einer der Vorbehalte ihres Vaters war, dass es nicht anständig sei, im Rock Fahrrad zu fahren. Also hat Salwa zugestimmt, auf dem Schulweg unter ihrer Uniform eine Hose zu tragen. Und obwohl es ein weit verbreiteter Glaube ist, dass Radfahren den jungen Frauen ihre Jungfräulichkeit nimmt, ermutigte ihre Mutter sie schließlich, einfach loszufahren.

Ayans Familie hatte selbst keine Bedenken, dass sie mit dem Fahrrad fährt, aber die kulturellen Erwartungen innerhalb ihrer Gemeinschaft waren dennoch ein Thema.

“Wenn ich als muslimisches Mädchen Rad fahre, fragen mich viele Leute, wie das gehe. Das überrascht mich. Die Tatsache, dass ich Fahrrad fahre, hat viele andere muslimische Mädchen dazu ermutigt, es mir gleichzutun.”

Kelly, eine 14-jährige Schülerin an der Umoja Schule sagt, dass sie zunächst überrascht war, muslimische Mädchen auf dem Rad zu sehen. “Es hat meine Meinung geändert, denn jetzt weiß ich, dass muslimische Mädchen genauso sind wie wir.”

Als Junge hat Ibrahim nicht mit den Vorbehalten, ein Fahrrad fahren zu dürfen, kämpfen müssen. Und er sieht auch, welche Vorteile es für die muslimischen Mädchen bringt. Deshalb hat er beschlossen, seinen Schwestern das Fahrradfahren beizubringen.

“Ich setze mich sehr für die Rechte von Mädchen und Frauen ein und glaube, dass Stereotype unterdrücken … Ich glaube, dass die Mädchen weniger verletzlich sind, wenn sie Fahrrad fahren.”

 LERNE AYAN KENNEN

Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg.  – Ayan 

 

Mit ihrer neu gewonnenen Freizeit und dem davor nicht gekannten Selbstvertrauen kann Ayan auch schwimmen gehen und Fußball spielen – trotz der kulturellen Hürden.

“Es fühlt sich gut an, dass ich Teil der Bewegung bin, die unsere Kultur ändert, und die den Mädchen zeigt, dass jeder Radfahren kann. Es ist mir egal, was die Leute sagen. Ich bin diejenige, die von diesem Fahrrad profitiert. Das Wichtigste, was jeder tun kann, ist für seine Rechte aufzustehen.”

Denn letztendlich sei es doch so: “Ohne Bildung ist kein Leben möglich. Ohne Bildung ist nichts. Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg,” sagt Ayan.

Trotz ihrer kulturellen und religiösen Unterschiede überwinden die SchülerInnen an der Umoja Schule gemeinsam Hürden – auch durch das Fahrradfahren.

“Wir lassen niemanden zurück. Wenn wir fallen, fallen wir zusammen und stehen gemeinsam wieder auf”, sagt Susan.

 

  Du kannst helfen, dass noch mehr SchülerInnen gemeinsam Hürden überwinden und mit Hilfe von Bildung neue Wege gehen.

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