Loveness: Verfolge deinen Traum

Loveness Chikanuka war eine der ersten Schülerinnen, die 2009 ihr Buffalo-Fahrrad bekamen. Jahre danach besuchte Matt Pierce, Kreativdirektor bei World Bicycle Relief, sie im Haus ihrer Eltern im Dorf Chongwe, Sambia. Er wollte erfahren, wohin ihr Buffalo-Fahrrad sie gebracht hat.

Das erste, was mir an Loveness auffällt, ist ihr Lächeln. Als ich ihr Haus betrete breitet sie die Arme aus um mich zu begrüßen. Sie zeigt auf ein paar Holzstühle, die sie sich von den Nachbarn ausgeliehen hat und bittet uns Platz zu nehmen. Ihre Mutter und Geschwister leisten uns Gesellschaft.

“Danke für den Besuch”, sagt sie.

Loveness, heute 24 Jahre alt, war unter den ersten SchülerInnen, die 2009 im Rahmen des BEEP Bildungsprogramms von World Bicycle Relief ein Buffalo-Fahrrad bekamen. Wir sind neugierig und wollen wissen, wohin ihr Fahrrad sie in der Zwischenzeit gebracht hat.

„Nachdem ich das Fahrrad bekommen hatte, fiel es mir leichter, mich auf den Unterricht zu konzentrieren“

Loveness ist zu einer selbstbewussten jungen Frau herangewachsen. Sie überhäuft uns mit Fragen: “Was denkt ihr über unser Land?”, “Wie ist es so in Amerika?”, “Ich habe gehört, es soll dort sehr kalt werden.”

Sie erinnert sich an die Gründer von World Bicycle Relief, F.K. Day und Leah Missbach Day. An dem Tag als Loveness ihr Fahrrad bekam, waren sie mit dabei. “Wie geht es Leah und ihrem Mann?” fragt sie uns. Ich erzähle, dass es ihnen gut gehe. “Das freut mich”, sagt sie. “Leah und ihr Mann waren so nett. F.K. weiß sehr viel über Fahrräder!”. Ich stimme ihr zu und verspreche, Leah und F.K. von ihr zu grüßen.

Für einen Moment sitzen wir schweigend da.

Ein Mann und mehrere kleine Kinder ziehen in der Ferne einen großen Karren vorbei, der schwer mit Wildfleisch beladen ist, das sie gerade gefunden haben. Fliegen schwirren um den Wagen. Sogar aus der Entfernung stört der stechende Geruch die Heiterkeit unserer Begegnung.

Nach einer Stunde brechen wir auf, um die alte Schule von Loveness zu besuchen.

Als wir sie vor Jahren das erste mal trafen, lief sie neun Kilometer von und zur Chilyabale Grundschule. Der anstrengende Weg kostete sie zwei Stunden in jede Richtung. Sie kam häufig zu spät und ging manchmal gar nicht zum Unterricht. Mit dem Buffalo-Fahrrad war sie nur noch halb so lange unterwegs. Loveness verpasste keinen Unterricht mehr, erzielte gute Noten und war in der Lage, die Schule erfolgreich abzuschließen.

In ihrer alten Schule angekommen betreten wir ein leeres Klassenzimmer, in dem sie früher Geschichtsunterricht hatte. Sie zeigt auf eine Ecke hinten im Zimmer. Ich frage sie, ob das der Platz war, an dem sie gesessen hat. “Ich saß immer in der letzten Reihe.” Sie lacht. “Aber meine Noten waren gut.”

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Zu unserem Erstaunen befinden sich der originale “BEEP study-to-own Vertrag”, Fotos und ein Dankesbrief von damals noch immer im Büro des Direktors. Als Loveness auf die weiterführende Schule wechselte, ging das Fahrrad an ihre jüngere Schwester Doris über, das machen viele Familien so. Heute steht Doris’ Name im Vertrag. Der Direktor erklärt uns, wie dankbar er für das Fahrrad-Programm ist. Die Wirkung sei insbesondere bei den Mädchen täglich zu spüren.

70% der Fahrräder, die über das BEEP Bildungsprogamm vergeben werden, gehen an Mädchen. Bei World Bicycle Relief glauben wir daran, dass die Investition in Mädchen die Wirkung der Programme exponentiell vervielfacht. Gebildete Frauen setzen sich stärker für ihre Familien und Gemeinden ein. Frühe Schwangerschaften, Geburtenraten und die Anzahl an Erkrankungen nehmen in Gemeinden, in denen gebildete Frauen leben, deutlich ab.

Bevor wir wieder aufbrechen, wollen wir im Schulhof noch Fotos von Loveness machen. In den Fenstern der Klassenzimmer erscheinen neugierige Gesichter, die kichernd zusehen. Ich stelle mir vor, wie die Lehrer zu ihren Schülern sagen: “Wenn ihr fleißig lernt und in der Schule bleibt, könntet ihr auch eines Tages von einem albernen Mzungu (weißer Mann) fotografiert werden.”

Zurück im Haus von Loveness’ Eltern erzählt uns ihre Mutter, wie die ganze Familie von dem Fahrrad profitiert. “An Wochenenden nutzen wir das Fahrrad manchmal, um Geld zu verdienen. Wir fahren zum Markt um eine größere Menge Tomaten einzukaufen und verkaufen sie hier im Dorf weiter. Das Fahrrad ist uns eine große Hilfe. Ich bin sehr dankbar dafür.”

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Im Jahr 2012 hat Loveness’ die 12. Klasse abgeschlossen. Sie lebt inzwischen bei ihrem Onkel in der Hauptstadt Lusaka, weil es dort mehr Berufschancen gibt. Sie hat zwei Teilzeitjobs als Bedienung in einem Restaurant bei Kabalanga und als Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft. “Ich mag die Stadt sehr”, sagt sie. Wenn sie frei hat, trifft sie sich mit Freunden zum Volleyballspielen oder um gutes Essen zu genießen. “Das beste daran in einem Restaurant zu arbeiten ist, dass wir dort essen dürfen.”

Loveness spart Geld, um auf die Mumbaza Schule für Krankenschwestern gehen zu können. Die Schulgebühren belaufen sich auf 300 Dollar pro Semester und die Ausbildung dauert neun Semester.

Warum sie Krankenschwester werden möchte, fragen wir sie. “Ich wollte immer schon den Menschen helfen”, antwortet sie uns.

Einmal im Monat fährt Loveness für ein paar Tage zu ihren Eltern in das Dorf Chongwe. Sie fährt mit dem Minibus so weit es geht und läuft den Rest zu Fuß. Sie kommt gerne nach Hause um bei der Farmarbeit zu helfen und sie hat weitere Pläne für das kleine Familienunternehmen.

Nach einigen Minuten fröhlicher Unterhaltung hält Loveness inne und schaut hinaus, wo sich große Grasbüschel in der Nachmittagsbrise wiegen.

“Es ist sehr ruhig hier”, sagt sie, “aber es ist gut, nach Hause zu kommen.”

Fahrräder helfen SchülerInnen wie Loveness dabei, ihre Träume zu verfolgen. Du kannst diese Hilfe ermöglichen.

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