World Bicycle Relief

Rückblick 2017

World Bicycle Relief mobilisiert Menschen mit Fahrrädern. Unsere Vision ist eine Welt, in der Entfernung kein Hindernis für Unabhängigkeit und Lebensqualität ist.

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Liebe Freundinnen und Freunde,

Ich kenne nur einige von Euch persönlich, aber durch das, was wir gemeinsam erreichen, fühle ich mich Euch verbunden. Unser Buffalo-Fahrrad ist einfach, aber wirkungsvoll, schlägt Brücken zwischen Menschen auf der ganzen Welt und bringt sie ihren Möglichkeiten und Träumen näher.

Ich glaube, dass sich die Wünsche der Menschen auf der ganzen Welt sehr ähneln: gibt man uns Bildung, Zugang zu Gesundheitsversorgung und das notwendige Handwerkszeug, um einer Arbeit nachzugehen, bringen wir unser Leben voran. Unser eigenes und das vieler anderer. In Entwicklungsregionen kann ein Fahrrad hierzu der Schlüssel sein.

Wenn jemand nur die eigenen Füße für Fortbewegung und Transport hat, liegen Bildung, Gesundheitsversorgung oder wirtschaftliche Chancen oftmals außerhalb der Reichweite. Ein Fahrrad kann alles revolutionieren. Wir bei World Bicycle Relief wollen diesen Quantensprung vom Laufen zum Fahren ermöglichen.

Wir haben jeden Tag so viele Fortbewegungsmöglichkeiten, dass wir uns kaum vorstellen können, welche Einschränkung es bedeutet, nur die eigenen Füße zu haben, um voran zu kommen: Für Millionen Menschen ist es jedoch Alltag. Und wir wissen, dass Fahrräder einen enormen Unterschied machen.

Dieser Rückblick auf das Jahr 2017 liegt uns aus drei Gründen besonders am Herzen:

  • Wir veröffentlichen die Ergebnisse unserer Monitoring- & Evaluierungsstudien, auf deren Grundlage wir unsere Programme und deren Wirkung kontinuierlich verbessern.
  • Er ermöglicht unseren Unterstützern, NGOs, Unternehmen und staatlichen Akteuren zu beurteilen, wie wirksam, effektiv und nachhaltig unsere Arbeit ist und zu entscheiden, ob sie uns unterstützen oder mit uns zusammenarbeiten möchten.
  • Er zeigt uns allen deutlich die Wirkung, die ein einfaches Fahrrad im Leben eines Menschen haben kann.

Ich hoffe, dass Euch dieser Rückblick die großartigen Veränderungen näher bringt, die wir im zurückliegenden Jahr gemeinsam erreicht haben. Und wie immer freuen wir uns über Fragen oder Kommentare, denn wir lernen gerne dazu.

Ich danke Euch allen!
Herzlichst,

F.K. Day
Gründer & Vorstandsvorsitzender
World Bicycle Relief

Entfernungen überwinden um mehr zu erreichen


Das ist Lizzie

Bei Anbruch der Morgendämmerung ist die 13-jährige Lizzie – wie die meisten Mädchen ihres Alters in Sambia – längst auf den Beinen. Sie hat viel zu tun: Jeden Morgen beginnt sie ihren Tag mit dem 2,5 km weiten Weg zum Brunnen, um Wasser für ihre Familie zu holen. Vor der Hütte sitzt sie auf dem Boden und spült in einem Eimer das Geschirr, bevor sie Feuer macht und Trinkwasser abkocht. Als sie noch kein Buffalo-Fahrrad besaß, hat Lizzie die 20 Liter Wasser für ihre Familie jeden Morgen auf dem Kopf getragen. Jetzt kann sie mit dem Fahrrad zum Brunnen fahren und das Wasser sicher festgezurrt auf dem Gepäckträger transportieren. Sie ist nicht nur viel schneller unterwegs, sondern spart außerdem wertvolle Energie für den Tag.

An Schultagen bleibt es für Lizzie auch nach dem Frühstück hektisch. Vor ihr liegen 4,5 km zur Makangwe Grundschule. Mit dem Fahrrad ist sie nicht nur schneller, sondern auch sicherer, denn für Mädchen kann der Schulweg in der Dämmerung gefährlich sein. Zu Fuß sind leichter angreifbar als auf dem Rad. Lizzy und ihre Familie nutzen das Fahrrad außerdem, um Getreide zur Mühle zu bringen oder andere Besorgungen zu erledigen.

Von Mädchen in Entwicklungsländern wird oft erwartet, dass sie einen großen Teil ihrer Zeit für den Haushalt einsetzen – auch Lizzies Familie denkt so. Das Mädchen träumt von dem Tag, an dem ihre Arbeit anderen zugute kommt, sie aber auch selbst ein eigenes Einkommen hat. Sie möchte die Schule abschließen und Krankenschwester werden. Die Zeit und Energie, die sie jetzt mit dem Fahrrad spart, kann sie nun einsetzen, um ihrem Traum zu verwirklichen.

  • Bis heute

Unsere Wirkung weltweit

2017


Unser Ziel ist ein echter, nachhaltiger Wandel im Leben der Menschen. Eure Unterstützung ermöglicht es uns, unsere innovative Programmarbeit gut durchdacht umzusetzen und enge, verlässliche Partnerschaften vor Ort aufzubauen und zu pflegen. Auf diese Weise erzielen wir die größtmögliche Wirkung.

 

Programmländer (2017): Elfenbeinküste, Ghana, Kenia, Kolumbien, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe, Thailand

  • 54,687

    Buffalo-Fahrräder
  • 273,435

    Leben verändert
  • 222

    ausgebildete Mechaniker*innen
  • 9

    Programmländer

Unsere Wirkung weltweit

2005-2017


Programmländer: Angola, Kolumbien, Eritrea, Ghana, Indonesien, Elfenbeinküste, Kenia, Malawi, Mosambik, Peru, Philippinen, Ruanda, Südafrika, Südsudan, Sri Lanka, Tansania, Thailand, Uganda, Sambia, Simbabwe

  • 396,074+

    Buffalo-Fahrräder
  • 1,980,000+

    Leben verändert
  • 1,900+

    ausgebildete Mechaniker*innen
  • 20

    Programmländer

Unser Organisationsmodel


World Bicycle Relief hat ein innovatives Modell entwickelt, das Hilfsprogramme mit einem unternehmerischen Ansatz verbindet, um dem Bedarf an verlässlichen und bezahlbaren Transportmitteln in Entwicklungsregionen nachzukommen. Über unsere Social Business-Tochter Buffalo Bicycles Ltd. können andere Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen unsere Fahrräder mittlerweile in sechs afrikanischen Ländern kaufen. Die hierdurch erzielten Gewinne fließen zurück in unsere Hilfsprogramme. Die erhöhte Anzahl von Buffalo-Fahrrädern in den Regionen hilft uns Infrastrukturen aufzubauen, verlässlichere Daten zu erheben, Feedback zu sammeln und unsere Arbeit effizienter zu machen.


Mehr Erfahren

Mobilität und die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung


2015 verabschiedete die Vollversammlung der Vereinten Nationen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung als Teil der Agenda 2030. Das Ziel dieser Sustainable Development Goals (SDGs) ist es,  Hunger und Armut weltweit zu beenden, Chancengleichheit zu schaffen, wirtschaftliche Entwicklung für alle voranzubringen und gleichzeitig natürliche Ressourcen und Ökosysteme zu schützen und zu erhalten.

Mobilität spielt für die  Umsetzung der SDGs eine wichtige Rolle. Allein in Subsahara-Afrika sind für mehr als 600 Millionen Menschen die eigenen Füße das einzige Fortbewegungsmittel. Der Mangel an effizienten und verlässlichen Transportmöglichkeiten behindert  die wirtschaftliche und soziale Entwicklung, insbesondere im ländlichen Raum, wo Entfernungen groß sind.  Durch Mobilität kann der Zugang zu grundlegender Versorgung verbessert und damit ein zentrales Ziel der SDGs erreicht werden.

Das Fahrrad als Mobilitätslösung wird in Entwicklungsstrategien oftmals übersehen. Dabei hat es großes Potenzial globale Veränderungsprozesse ins Rollen zu bringen. Mit dem Fahrrad lässt sich fünfmal mehr transportieren als zu Fuss – und das in einem Viertel der Zeit. Ein qualitativ hochwertiges Fahrrad hat in ländlichen Entwicklungsregionen sowohl direkte als  indirekte positive Auswirkungen: es verbessert die Lebensqualität, Bildungsergebnisse sowie die Gesundheitsversorgung.

Buffalo-Fahrräder sind eine nachhaltige, bezahlbare und zuverlässige Transportlösung, die von Menschen fast jeden Alters genutzt werden kann. Sie können also eine wesentliche Rolle bei der Erreichung der SDGs spielen und einen dauerhaften sozialen Wandel in Entwicklungsländern bewirken.

Our programming directly contributes to achieving nine sustainable development goals

(click icons to read more)

Unsere Programme tragen direkt dazu bei, neun der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen

(Klicke auf die Icons und erfahre mehr)


Stark wie ein Büffel

Ein Fahrrad ist nicht gleich ein Fahrrad. Die wenigsten Hersteller von Fahrrädern für Entwicklungsländer setzen sich mit den Bedürfnissen der Menschen auseinander, die die Räder schließlich fahren. Sie bieten Produkte an, die dem anspruchsvollen Terrain und den schweren Lasten, für deren Transport sie benötigt werden, nicht standhalten können. Die Fahrräder gehen schnell kaputt, Reparaturen kosten Geld und Zeit.

WBR hat die Tauglichkeit unseres Fahrrads über Jahre vor Ort getestet und kontinuierlich daran gearbeitet, ein robustes Rad zu entwickeln, das den Ansprüchen gerecht wird: das Ergebnis ist das heutige Buffalo-Fahrrad. Es ist langlebig, stabil, zuverlässig und lastentauglich. Unterstützt durch ein Netzwerk ausgebildeter Mechaniker*innen und durch hochwertige, aber bezahlbare Ersatzteile hat das Buffalo-Fahrrad für Menschen und Gemeinden in ländlichen Entwicklungsregionen den größten Wert und maximalen Nutzen – und das jeden Tag.

Bildung als Basis für Entwicklung


Bildung ist ein zentraler Baustein, um Chancengleichheit für Mädchen zu erreichen. Die Fertigkeiten und das Wissen, das Mädchen in der Schule erwerben, geben ihnen das nötige Selbstbewusstsein und Handwerkszeug, um ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Wir fördern diese Entwicklung, indem wir im Rahmen unseres Bildungsprogramms BEEP (Bicycles for Educational Empowerment) 70 Prozent der Buffalo-Fahrräder an Mädchen geben.

Wir beziehen die Dorfgemeinschaften vor Ort als Partner in unsere Programme mit ein. Sie übernehmen Verantwortung in der Vorbereitung, Umsetzung und für die Erreichung der Programmziele. Über Sensibilisierungs-Workshops wird Chancengleichheit zu einem wesentlichen Thema und Mädchen bekommen eine Stimme. Durch Monitoring und Evaluierung arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Programme zu verbessern und noch mehr Wirkung zu erzielen. 2017 haben wir eine Studie gestartet, die die Auswirkung des BEEP Programms auf Chancengleichheit und Selbstvertrauen von Mädchen untersucht. Zudem wird ausgewertet, wie sich Anwesenheitsraten, schulische Leistungen und Schulabbruchraten der Mädchen entwickeln. Die Ergebnisse der Studie werden wir dazu nutzen, Programme und Partnerschaften an die Herausforderungen anzupassen, mit denen Mädchen konfrontiert sind.

Zugehörige SDGs

  • Geschichten:

Wirkung messen – Fahrräder für Mädchen in Sambia

Gemeinsam mit der UBS Optimus Foundation finanziert WBR eine 2-jährige randomisierte Kontrollstudie, die von Innovations for Poverty Action (IPA) durchgeführt wird. Ziel der Studie ist es, die Wirkung unseres Bildungsprogramms BEEP in Sambia zu messen und auch mögliche Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen zu untersuchen.

  • Untersucht werden 45 Schulen in der Experimentalgruppe (diese haben insgesamt 4.000 Buffalo-Räder erhalten), sowie 55 Schulen in der Kontrollgruppe (diese haben keine Buffalo-Räder erhalten).
  • Die Schulen liegen durchschnittlich 25 km von der nächsten Hauptstraße entfernt.
  • Wir arbeiten direkt mit dem Bildungsministerium in Sambia zusammen.
  • Über mehrere Jahre werden Anwesenheit, Leistung, Selbstbewusstsein, Entwicklung und Stärkung der Rolle der Frauen gemessen.
  • Die finalen Ergebnisse der Studie werden voraussichtlich 2019 veröffentlicht.

Fahrradprogramm in Malawi

Unsere Partnerorganisation FHI 360 hat in Malawi unser Bildungsprogramm BEEP in die AIDS-Initiative PEPFAR DREAMS integriert. HIV-Infektionen unter Jugendlichen sollen in stark betroffenen Regionen durch verbesserte Bildung, Gesundheit und Wirtschaft reduziert werden. In diesem Rahmen wurden 1.220 Buffalo-Fahrräder an Schüler*innen übergeben. 2017 haben wir World Bicycle Relief Malawi und Buffalo Bicycle Malawi gegründet. Durch lokale Fahrradmontage, Social Business Verkäufe und die Implementierung von Programmen im Bildungs- und Gesundheitsbereich investieren wir in Malawis Fahrradinfrastruktur.

Gemeinsam für Mobilität in Ghana

Der Konzern Mondelez International, Eigentümer der Schokoladenmarke Cadbury, hat im Jahr 2017 gemeinsam mit World Vision und dem Village Bicycle Project in Bildung in Ghana investiert und 5.000 Fahrräder für Schüler*innen finanziert. Dank dieser Kooperation haben wir zum ersten Mal Buffalo-Fahrräder in Ghana ausgeliefert. 2018 werden weitere 1.540 Fahrräder folgen.

Schüler*innen in Kolumbien werden mobil

Postobón, Kolumbiens größtes Unternehmen für nicht-alkoholische Getränke, unterstützt seit 2015 Schüler*innen durch eine BEEP Initiative. Im Jahr 2017 haben 2.500 Schüler*innen im ländlichen Kolumbien Fahrräder und damit besseren Zugang zu Bildung erhalten. Eine Studie von Postobón kommt zu dem Ergebnis: Dank der Fahrräder hat sich für 86% der Schüler*innen die Lebensqualität verbessert, für 92% die Transportkosten reduziert und die Wegzeiten verkürzten sich um 46%.

Nachhaltige Veränderung durch Einbindung ganzer Gemeinden


Die lokalen Auswahlkomitees (Bicycle Supervisory Committees – BSCs) sind ein wesentliches Element, um unser Bildungsprogramm erfolgreich zu machen und eine nachhaltige Fahrradinfrastruktur aufzubauen. Die 12-köpfigen Gremien setzen sich aus Lehrkräften, Eltern, Schüler*innen und weiteren Gemeindemitgliedern zusammen. Gemeinsam sind sie für die Auswahl der Empfänger*innen der Räder verantwortlich und überwachen die Einhaltung der Verträge, die regelmäßige Wartung der Fahrräder und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Mit ihrer Arbeit sensibilisieren die Komitees die ganze Dorfgemeinschaft für die Erfolgsfaktoren und die Bedeutung des BEEP Programms.

Für leitende Mitglieder der BSCs hat WBR ein 5-fünftägiges Ausbildungsprogramm entwickelt, das sie auf die Durchführung des Entscheidungsprozesses schrittweise vorbereitet. Nach Abschluss des Trainings können die Teilnehmenden die erlernten Methoden, Techniken sowie Best Practice-Beispiele in ihren Gemeinden weitervermitteln und damit die Wirkung der Fahrräder zusätzlich erhöhen.

Wir teilen Herausforderungen und Erfolge und finden Lösungen für die Herausforderungen.

BSC Mitglied bei einem Austauschtreffen, Kenia

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Wir sind hier um zu lernen, wie wir die größtmögliche Wirkung erzielen können.

BSC Mitglied bei einem Austauschtreffen, Kenia

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Die Mädchen können jetzt sagen, dass sie etwas haben. Sie haben eine Stimme.

BSC Mitglied bei einem Austauschtreffen, Kenia

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Jetzt sind sie unabhängig! Und ihre Freunde können sogar mitfahren

Steven Ogola, Direktor, Raliew Secondary School, Kenia

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Innovationen für Gesundheit


In Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort haben wir 2017 durch weitere Studien und Pilotprojekte Informationen gesammelt, die ab 2018 in die Weiterentwicklung unseres Gesundheitsprogramms fließen werden.  Im Jahr 2017 haben wir:

  • Feldforschungen im Gesundheitsbereich in Malawi durchgeführt, um mehr darüber zu lernen, wie Entwicklungsprogramme Fahrräder wirkungsvoll einsetzen und den Bedarf an Mobilität für Krankenpfleger*innen erfüllen können.
  • eine neue Methode in unsere Länderstrategien integriert, die den Problem- und Aufgabenumfang für alle zukünftigen Gesundheitsprogramme ermittelt.
  • ein Pilotprogramm im Gesundheitswesen in Malawi gestartet, auf dessen Grundlage wir ein nachhaltiges, skalierbares Modell entwickeln, das auch für andere NGOs im Bereich Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten von Interesse sein kann.
  • Möglichkeiten untersucht, wie unsere Mechaniker*innen vor Ort die Wartung und Ersatzteilversorgung für die Fahrräder in den Gesundheitsprogrammen sicherstellen können, einschließlich Ausbau der Ausbildung, Betreuung und Logistik.

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  • Geschichten:

Pilotprogramm im Gesundheitswesen in Malawi

In Zusammenarbeit mit Save the Children hat WBR das Pilotprogramm „Bicycles for Health” gestartet.

  • Im Jahr 2017 erhielten 354 Krankenpfleger*innen Buffalo-Fahrräder, 2018 werden weitere folgen.
  • Das Pilotprojekt umfasst drei Distrikte mit je 25 geografisch abgelegenen Gesundheitszentren, die auf Tuberkulose sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit spezialisiert sind.
  • Für die teilnehmenden Gesundheitszentren wurden BSCs und Mechaniker vor Ort geschult und Ersatzteile bereitgestellt, um die Räder einsatzbereit zu halten.

Unterstützung HIV-infizierter Jugendlicher in Simbabwe

Africaid ist eine in den Gemeinden ansässige und arbeitende Organisation, die HIV-infizierte Kinder und Jugendliche unterstützt. Gemeinsam mit UNICEF Simbabwe übergab die Organisation 1.285 Buffalo-Fahrräder an sogenannte CATS (Community Adolescent Treatment Supporters). CATS sind selbst HIV-positive Jugendliche, die andere informieren, aufklären und unterstützen. Indem sie Fahrrädern einsetzen, erreichen sie mehr Menschen in weniger Zeit.

Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Kenia

Plan International Kenia-Nilinde und WBR haben in einem Gemeinschaftsprojekt 448 freiwilligen Krankenpfleger*innen (Community Health Volunteers – CHVs) im Bezirk Kilifi, Kenia, Buffalo-Fahrräder übergeben. Um die Wirksamkeit des Programms zu untersuchen, wurden die Pflegekräfte mittels Fragebögen und Interviews befragt. Das Ergebnis: aufgrund der Buffalo-Fahrräder nahm das Interesse zu, sich freiwillig zu engagieren, die Fluktuation der Pflegekräfte reduzierte sich, während die Anzahl der Krankenbesuche stieg. Die Fahrräder wurden zudem für andere Haushaltsaufgaben wie Wasserholen, Transport von Waren, Besorgungen sowie für den Schulweg der Kinder eingesetzt.

Auf dem Fahrrad zur Arbeit – Lösung von Transportproblemen


In ländlichen von Entwicklungsregionen sind Entfernungen für Unternehmen und ihre Mitarbeiter*innen oft eine große Hürde. Häufig gibt es keine oder keine bezahlbaren öffentlichen Verkehrsmittel. Ein zuverlässiges und robustes Fahrrad ist eine einfache Lösung, um den Arbeitsplatz zu erreichen. Uns ist bewusst, dass es für viele Menschen in Entwicklungsländern eine Herausforderung ist, für die Kosten eines Fahrrads in Vorleistung zu gehen. Das Employee Purchase Program (EPP) ermöglicht es Mitarbeiter*innen, durch Gehaltsabzüge ein Fahrrad über mehrere Monate hinweg abzubezahlen.

Angestellte der Safeguard Security Company haben seit der Einführung des EPP 2009 über 3.500 Fahrräder gekauft. Mithilfe eines Fahrrads sank die durchschnittliche Pendelzeit auf 1 Stunde und 20 Minuten (von zuvor 3,5 Stunden zu Fuß) und Arbeiter*innen konnten bis dahin täglich anfallenden Kosten in der Höhe von 1-2 USD für öffentliche Verkehrsmittel sparen. Durch das Feedback der Mitarbeiter*innen konnten wir unsere Vertriebsstrategie für Ersatzteile anpassen und so deren Verfügbarkeit verbessern. Dank des Programms kommen Safeguard-Mitarbeiter jetzt rechtzeitig und regelmäßig zur Arbeit – und sind mit ihrem Fahrrad auch privat mobil.

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  • Geschichten:

Hilfe bei der Umsetzung nachhaltiger Verfahren in der Landwirtschaft in Sambia

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen hat für das Programm „Conservation Agriculture Scaling Up“ (CASU) 4.500 Buffalo-Fahrräder für Bauern und Bäuerinnen in Sambia erworben, die das Programm als Mentor*innen begleiten. Die Bauern und Bäuerinnen lernen Methoden der bodenschonenden Landwirtschaft für eine nachhaltige und rentable Bewirtschaftung. Eine Studie von WBR untersuchte den Einfluss von Fahrrädern auf ihre Transportprobleme:

  • Umfragen und Interviews dokumentierten die Erfahrungen von Bauern und Bäuerinnen, die im Rahmen des CASU-Programms Fahrräder erhielten.
  • Durch die Fahrräder konnten die Mentor*innen die Zahl ihrer Besuche zur Überwachung des Programms um 120 % steigern und gleichzeitig ihre Reisezeit um 60 % verringern.
  • 90 % der Bauern und Bäuerinnen verwendeten ihre Fahrräder, um Obst und Gemüse zum Markt zu transportieren.

Zuverlässige Transportmittel für die Landwirtschaft in Malawi

Ziweto Enterprise revolutioniert die Art und Weise, wie Kleinbauern in Malawi tierärztliche Versorgung und Dienstleistungen in der Viehzucht in Anspruch nehmen können. 2017 begann Ziweto Enterprise, Buffalo-Fahrräder in seinen Geschäften zu verkaufen, damit örtliche Bauern von der Lastenkapazität und Zuverlässigkeit der Fahrräder profitieren können.

Bessere Mobilität für Angestellte in Kenia

Red Lands Roses hat vor mehreren Jahren ein subventioniertes Employee Purchase Program (EPP) als Schlüsselkomponente seines Projekts für soziale Verantwortung eingeführt. Das Programm deckt 70 % der Anschaffungskosten ab und hat bei den Mitarbeiter*innen, von denen heute der Großteil über Fahrräder verfügt, große Begeisterung ausgelöst. 2017 kaufte Red Lands Roses weitere 88 Buffalo-Fahrräder für seine Mitarbeiter*innen.

Worte unseres Geschäftsführers

Liebe Freundinnen und Freunde,

laut Weltbank leben von den eine Milliarde Menschen in Subsahara-Afrika über 60 Prozent in ländlichen Gebieten. Das sind 600 Millionen Menschen, die sich hauptsächlich zu Fuß fortbewegen. Entfernungen sind dort jeden Tag eine Herausforderung. Schulen, Gesundheitsversorgung, Jobs und Märkte zum Verkaufen von Waren, sind oft schlichtweg nicht erreichbar.

Die Weltgemeinschaft will gemeinsam bis zum Jahr 2030 die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung umsetzen. Mobilität kann eine eine Schlüsselrolle spielen, wenn es darum geht, den Kreislauf von Armut und Krankheit aus eigener Kraft zu durchbrechen – und das Fahrrad ist eine naheliegende, einfache Lösung. Sind Menschen mobil, sind sie flexibler, unabhängiger, produktiver und damit auch erfolgreicher.

Bei World Bicycle Relief arbeiten wir nach dem Motto: „Alle Antworten finden sich vor Ort“. Die Rückmeldungen von den Menschen, die unsere Fahrräder nutzen, unseren Partnern und Kunden sind für uns die wichtigste Basis, um unsere Arbeit kontinuierlich zu verbessern und noch größere Wirkung zu erzielen. Dank der großartigen Unterstützung im Jahr 2017 konnten wir neue Initiativen ins Leben rufen, neue Partnerschaften gründen und Tausende Menschen mobil machen:

  • Wir haben mit Bildungsministerien und BEEP-Auswahlkomitees zusammengearbeitet, die vor Ort Verantwortung für die Programme übernehmen und innerhalb der Gemeinden die Entscheidungen für bessere Bildungsergebnisse treffen.
  • Gesundheitsexperten vor Ort haben uns bestätigt, dass mit verbesserter Mobilität durch Fahrradprogramme der Zugang zu medizinischer Versorgung deutlich gesteigert werden kann.
  • Wir haben mehr Shops für Buffalo-Fahrräder eingerichtet, um die Versorgung mit Ersatzteilen zu optimieren.

Unsere Vision für 2018 und darüber hinaus ist es, weiterhin neue Ideen zu entwickeln, zusammenzuarbeiten und gemeinsam ganze Regionen mobil zu machen. Unser Ziel ist eine funktionierende Fahrradinfrastruktur, die zu mehr Bildung, besserer Gesundheit und robusten Wirtschaftssystemen führt, die allen zugute kommen.

Vielen Dank für Eure fortwährende Unterstützung. Euer Beitrag ist entscheidend dafür, dass wir die Millionen Menschen erreichen können, für die Entfernungen eine tägliche Herausforderung sind.

Herzliche Grüße,

 

Dave Neiswander
Geschäftsführer
World Bicycle Relief

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World Bicycle Relief mobilisiert Menschen mit Fahrrädern. Unsere Vision ist eine Welt, in der Entfernung kein Hindernis für Unabhängigkeit und Lebensqualität ist.

Wir glauben, dass Mobilität ein Menschenrecht ist. Wenn Menschen mit Fahrrädern mobil sind, können sie Bildung, Gesundheit und wirtschaftliche Chancen einfacher erreichen und ihr Leben und das ganzer Gemeinden selbstständig voranbringen. Mit dem Buffalo-Fahrrad als einfache Mobilitätslösung und basierend auf unserem innovativen Organisationsmodell verpflichten wir uns der Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele, um Armut weltweit zu beenden, den Planeten zu schützen und Gesundheit und Wohlergehen für alle Menschen zu ermöglichen.


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