Am 5. Juni 2026 startet Dr. Sarah Ruggins zu One Way North (OWN2026) – einer Solo-Radtour von Tarifa im südlichen Spanien bis zum Nordkapp in Norwegen. Ihr Ziel: die schnellste bekannte Zeit für die Durchquerung des europäischen Festlands auf dem Fahrrad zu unterbieten.
Die Strecke führt über mehr als 6.000 km durch neun Länder mit rund 35.000 Höhenmetern. Um den aktuellen Rekord von 16 Tagen, 20 Stunden und 59 Minuten zu brechen, plant Sarah, täglich bis zu 22 Stunden in den Sattel zu steigen – bei extremer Hitze, Kälte, Erschöpfung und ständigen Entscheidungen unter Druck.
Von 35°C in Spanien bis -10°C in Skandinavien hängt der Erfolg nicht nur von körperlicher Ausdauer ab, sondern von Tausenden kleiner Entscheidungen: Wann essen? Wann schlafen? Und wie weitermachen, wenn alles schwer wird?
One Way North ist mehr als eine körperliche Herausforderung, es ist ein Dauertest der Widerstandsfähigkeit: lange Anstiege, abgelegene Straßen, Verkehr, Navigation, Wetterkapriolen und extreme Erschöpfung. Und das alles, während Sarah Stunde für Stunde klare Entscheidungen treffen muss.
Aber genau darum geht es ihr. Nicht um Perfektion, sondern um Ausdauer.
Sarahs bisheriger Weg ist ebenso bemerkenswert wie die Herausforderung selbst. Als Teenagerin entwickelte sie eine seltene neurologische Erkrankung, die sie bewegungsunfähig und zum Pflegefall machte. Die Genesung dauerte Jahre und das Fahrradfahren wurde schließlich zum Weg, auf dem sie sowohl ihre Bewegungsfähigkeit als auch ihren Ehrgeiz zurückgewann.
2025 stellte sie einen neuen Gesamtrekord auf der 2.700 km langen Strecke John O’Groats–Land’s End–John O’Groats auf: Sie bewältigte die Route in 5 Tagen, 11 Stunden und 14 Minuten und schloss sich damit der kleinen Gruppe von Athlet*innen an, die Weltrekorde im Ausdauerradsport aufgestellt haben.
Während OWN2026 sammelt Sarah Spenden für World Bicycle Relief – für den Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und wirtschaftlichen Chancen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie fehlende Mobilität überwunden werden kann: mit langlebigen Fahrrädern für Gemeinschaften, in denen Distanz eine alltägliche Herausforderung ist.
„Es geht um mehr als einen Rekord“, sagt Sarah. „Ich möchte zeigen, was möglich ist, wenn das Leben anders verläuft als geplant. Wir können das, was uns gegeben wurde, nutzen, um auf die Kraft einer zweiten Chance aufmerksam zu machen.“
Alle Bilder: James Busby Images.