‚Jetzt können wir etwas verändern‘

Als wir an einem Julimorgen bei Sphiwe ankommen, steht die Sonne gerade erst am Himmel und es nieselt leicht. Sie ist schon seit Stunden auf den Beinen, hat die Hausarbeit erledigt und macht sich für die Schule fertig. Heute wird sie ein Buffalo-Fahrrad bekommen.

Die ruhige 14-Jährige erzählt uns, dass sie normalerweise um drei Uhr morgens aufsteht. Der neun Kilometer lange Schulweg dauert zu Fuß zweieinhalb Stunden. Doch wenn sie an das Fahrrad denkt, dass sie heute bekommen wird, ist es nicht der zusätzliche Schlaf, worauf sie sich am meisten freut. Sphiwe will endlich pünktlich zum Unterricht kommen, an Lerngruppen teilnehmen und mehr Zeit mit Freundinnen verbringen.

„Das wird mich anspornen, noch fleißiger zu lernen“, sagt sie. Eines Tages möchte ich Medizin studieren.

Sphiwes Familie

Etwas abseits steht ihre Mutter Mercy und lächelt.

Als Alleinerziehende mit fünf weiteren Kindern schlägt sie sich mit Gelegenheitsjobs durch. Es gibt Tage, an denen das Geld für Essen nicht reicht. Dass ihre älteren Kinder alle die Schule abgebrochen haben, schmerzt sie. In Sphiwe setzt sie ihre Hoffnungen.

„Wenn Sphiwe eine Ausbildung bekommt, wird es uns allen besser gehen“, sagt Mercy. „Wir werden nicht mehr dieselben sein. Es wird sich etwas verändern.“

Auch der Rest der Familie wird von Sphiwes Buffalo-Fahrrad profitieren. An Wochenenden will Mercy es selbst nutzen, um auf Jobsuche zu gehen und so für alle etwas zu verbessern.

„Ich bin so glücklich, dass meine Tochter diese Chance bekommt!“, sagt sie. „Ich könnte tanzen vor Freude!“

https://worldbicyclerelief.org/wp-content/uploads/2026/05/Sphiwe-scaled.jpg https://worldbicyclerelief.org/wp-content/uploads/2026/05/2026CS-Sphiwe-Mercy.jpg https://worldbicyclerelief.org/wp-content/uploads/2026/05/IMG_1138.jpg

Der Tag der Fahrrad-Übergabe

Noch am selben Tag tanzt und singt Sphiwe mit ihren Freundinnen, während sie darauf warten, ihre Buffalo-Fahrräder zu bekommen.

Auch beim Unterzeichnen des Vertrags mit dem Bicycle Supervisory Committee und beim Entgegennehmen des Fahrrads tanzen und lachen sie und ihre Mutter. Dann steigt Sphiwe auf und dreht mit ihren Mitschülerinnen ihre ersten Runden über den Schulhof, darunter Pamela, die ihr Fahrrad bereits ein Jahr zuvor bekommen hat.

Sphiwe denkt dabei nicht nur an sich und ihre Familie. Sie hat auch das größere Bild im Blick: wie Bildung Mädchen generell stärken kann.

„Mädchen erleben alle möglichen Formen von Gewalt, wenn sie keine Bildung bekommen“, sagt sie. „Wenn sie zur Schule gehen, können sie ein besseres Leben führen, weil sie für sich selbst sorgen können.“

Stunden später, als die Sonne untergeht, setzt sich Sphiwe noch einmal zu uns. Sie ist still, aber nach diesem langen Tag scheint eine neue Energie von ihr auszugehen.

„Heute bin ich sehr glücklich.“

Mit der Unterstützung von Menschen wie Dir kann Sphiwe ihre Zukunft selbst gestalten. Hilf uns, mehr Mädchen auf diesen Weg zu bringen.
Spende jetzt

Mehr Geschichten wie diese