Jane ist Milchbäuerin, Unternehmerin und alleinerziehende Mutter von fünf Kindern. Darauf, dass andere die Dinge für sie in die Hand nehmen, hat sie nie gewartet. In einer ländlichen Region Kenias hat sie sich mit viel Entschlossenheit eine eigene Existenz aufgebaut.
Die Milch ihrer Kühe verkauft Jane über die örtliche Molkereigenossenschaft und sie hat ein Lebensmittelgeschäft. Sie berät und ermutigt andere Frauen dazu, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften.
Den Ehrgeiz bringt Jane selbst mit. Ihr Buffalo-Fahrrad hilft ihr, jeden Tag etwas daraus zu machen.
Janes Arbeit hält sie ständig in Bewegung: Sie liefert Milch aus, holt Futter für ihre Tiere und bringt Waren zum Markt. Bevor sie ihr Buffalo-Fahrrad hatte, gab sie an manchen Tagen bis zu 600 kenianische Schilling für Fahrten mit dem Motorradtaxi aus. Jede Fahrt schmälerte die Einnahmen des Tages.
„Manchmal bin ich zu Fuß gegangen, um Geld zu sparen. Das war anstrengend“, erzählt Jane.
Im Buffalo-Fahrrad sah sie eine Chance. Für einen Weg, der zu Fuß 20 bis 30 Minuten dauert, braucht sie mit dem Rad heute etwa fünf Minuten. Sie bringt Milch zur Genossenschaft, holt Futter für ihre Kühe und besorgt Waren für ihr Geschäft, ohne jedes Mal für den Transport zu bezahlen. So bleibt mehr vom Tagesverdienst übrig.
„Das Fahrrad spart mir Zeit und Geld.“
Genau das macht für Jane den Unterschied: Mehr von ihrem hart verdienten Einkommen bleibt bei ihr, und sie entscheidet selbst, wofür sie es einsetzt. Mit dem Ersparten bezahlt sie das Schulgeld ihrer Kinder. Zusammen mit ihrem gestiegenen Einkommen konnte sie außerdem weitere Kühe kaufen. Heute besitzt sie fünf.
Mit ihrer Unabhängigkeit stellt Jane auch klassische Rollenbilder in Frage.
Sie war die erste Frau in ihrer Molkereigenossenschaft mit einem eigenen Fahrrad. Jane machte das Radfahren zu einem festen Teil ihres Alltags und zeigte, was eine Frau mit einem Fahrrad erreichen kann. Inzwischen fahren auch andere Frauen in ihrem Dorf Rad.
„Ich bin sehr stolz darauf, andere Frauen zum Radfahren zu ermutigen.“
Auch darüber hinaus übernimmt Jane Verantwortung. Als Vorsitzende von zwei Frauengruppen, in denen die Mitglieder gemeinsam sparen und sich gegenseitig beim Aufbau eigener Geschäfte unterstützen, hilft sie anderen Frauen, der Molkereigenossenschaft beizutreten, und setzt sich dafür ein, dass auch sie eigene Buffalo-Fahrräder bekommen.
In ihrer Dorfgemeinschaft ist es nicht üblich, dass Frauen Land oder Vieh besitzen. Jane weiß deshalb, wie schwer der erste Schritt ist. Sie möchte, dass mehr Frauen für sich selbst sorgen und eigene Entscheidungen treffen können.
„Frauen sollten für ihr Einkommen und ihr Wohlergehen nicht auf andere angewiesen sein.“
Ich bin sehr stolz darauf, andere Frauen zum Radfahren zu ermutigen.
Jane sagt, sie sei schon immer eine Führungsperson gewesen. Schon in der Grundschule war sie Schulsprecherin. Heute bringt sie dieses Selbstvertrauen in ihre Geschäfte, ihre Frauengruppen und auf den Fußballplatz ein, wo sie regelmäßig als Stürmerin spielt.
Das Radfahren gibt ihr ein Gefühl von Stärke, sagt Jane. Und ihre Stärke trägt auch ihre Familie und ihre Dorfgemeinschaft.