Die Wirkung von 100 Fahrrädern

Im Juli 2015 haben World Bicycle Relief und World Vision gemeinsam 100 Fahrräder an Schüler*innen der Mahanga Secondary School im Kreis Kakamega, Kenia, übergeben. Neun Monate später erkundete ein kenianisches Nachrichtenteam die positiven Auswirkungen der Fahrräder auf die Schulkinder und die breite Öffentlichkeit.

Die Schulleitung der Mahanga Secondary School in Kakamega, Kenia, berichtet, dass sich die schulischen Leistungen der Kinder seit dem Erhalt der Buffalo-Fahrräder verbessert hat und das Selbstwertgefühl, insbesondere bei den Mädchen, gestiegen ist.

Schüler*innen, die früher 5-8 Kilometer Schulweg zu Fuß bewältigen mussten, sparen heute mit dem Fahrrad täglich wertvolle Stunden. Die Fahrräder haben auch den Bekanntheitsgrad der Mahanga Secondary School in der Gemeinde erhöht. Enock Keya, Schulleiter, sagte, dass durch das Buffalo-Fahrrad sogar die Zahl der Schüler*innen gestiegen ist. 

Vor dem Empfang der Fahrräder trafen Mädchen, die zur Schule gingen, oft auf Boda-Boda-Fahrer oder Motorradtaxifahrer, die im Austausch für sexuelle Beziehungen kostenlose Fahrten anboten.

„Jetzt fahre ich mit dem Fahrrad an ihnen vorbei, ohne auf sie zu achten“, sagte eine Schülerin. „Ich bin unabhängig und selbstbewusst!“

Ganze 70% der Fahrräder wurden an Mädchen vergeben, da sie das höchste Risiko haben, aufgrund von Entfernung, Zeitmangel und Schwangerschaft die Schule frühzeitig abzubrechen. Von den Mädchen in Kakamega County wird erwartet, dass sie die Hausarbeit vor dem Schulbesuch erledigen, und der Druck, diese Verantwortung mit Schularbeit und langen Wegen in Einklang zu bringen, kann sehr belastend sein.

 

Schau Dir den Beitrag des kenianischen Nachrichtenteams an. Die Übersetzungen der Interviews auf Kiswahili kannst Du unten nachlesen!

Übersetzung der Textstellen aus dem Kiswahili

Sprecher:

Mein Name ist Size 8 Reborn, und das ist KTN News. 

Enock Keya – Schulleiterin an der Mahanga Secondary School:

Dieses Fahrradprogramm hat die Mahanga Secondary School wirklich verändert. Viele Eltern wollen ihre Kinder nun an meiner Schule anmelden. Die Fahrräder sind zu einem großen Gesprächstheme in unserer Gemeinde geworden. Also wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin erkennt jeder sofort, dass ich von der Mahanga Secondary School bin. 

Mädchen mit dem Rücken zur Kamera:

Früher bin ich sehr lange Wege zur Schule gegangen und habe auf dem Weg dorthin die Motorradfahrer getroffen. Ein Motorradfahrer bot mir kostenlose Fahrten an, allerdings gegen sexuelle Gegenleistungen. Er wollte mich zur Schule bringen. Er mach mir immer Komplimente und ich fühlte mich zu ihm hingezogen. Er hat mir auch immer etwas Geld gegeben.

Motorradfahrer:

Tatsächlich, einige von uns Motorradfahrer möchten den Schülerinnen helfen, während andere sie ausnutzen. Später werden einige von ihnen Ehefrauen und erzählen den Kindern von dieser Beziehung, dass dein Vater mich auf dem Motorrad mitgenommen hat.

Schülerin mit Blick in die Kamera:

Auf dem Weg zur Schule treffe ich viele Männer auf der Straße, vor allem Boda-Boda-Fahrer (auf dem Motorrad), die mich in Beziehungen locken wollen. Heute fahre ich mit dem Fahrrad an ihnen vorbei, ohne auf sie zu achten. Ich bin unabhängig und selbstbewusst!

Viele Schüler*innen sind entschlossen, für ihre Schulausbildung zu kämpfen. Fahrräder können ihnen helfen, Distanzen zu überwinden und ihre Ziele zu verfolgen.
Mach Schüler*innen mobil

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